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120 RESÚMENES EN ALEMÁN. ZUSAMMENFASSUNGEN
als eine scharfe Beobachterin der wirtschaftlichen und sozialen Umstände, mit
denen die Immigranten zu kämpfen hatten, die mit dem schwierigen Klima und
den periodisch auftretenden Schädlingsplagen fertig werden mussten. Im zwei-
ten Artikel erklärt sie, dass ein guter Organisations- und Erneuerungsgeist dem
Kolonisten nötiger sind als Kenntnisse in der Landwirtschaft in Europa, die unter
den neuen Lebensbedingungen im Chaco so nicht anzuwenden sind. Es folgen
zwei Artikel über Friedhofs- und Beerdigungsgebräuche der Einwohner im Chaco
und der Letzte befasst sich mit den Vorurteilen der Einwanderer gegenüber der
einheimischen Bevölkerung.
Helga Heineken and Regula Rohland de Langbehn. "Ilse von Rentzell. Vita".
Diese vorläufige Biographie von Ilse von Rentzell, später Ilse Atkinson, (1893-
1985) zeigt ein Leben, das sehr verschiedene Phasen durchläuft. In Deutschland
geboren und erzogen, kam Ilse von Rentzell nach dem Ersten Weltkrieg nach
Argentinien. Sie arbeitete zunächst in der Verwaltung auf der estancia ihrer Fami-
lie nahe bei Resistencia, im Westen des damaligen Nationalterritoriums Chaco.
Sie begann dort, sich mit der einheimischen Flora zu beschäftigen und schrieb
kurze Texte über das Leben im Chaco. Von diesen wurden einige in den libera-
len Zeitschriften veröffentlicht, die damals Ernesto Alemann herausgab. Sie
kamen 1929 gesammelt in dem Buch Im argentinischen Chaco in Stuttgart her-
aus. Zu der Zeit lebte sie schon nicht mehr auf der estancia. Sie hatte Friedrich
Reichert kennengelernt, einen deutschen Profesor für Chemie an der Universität
Buenos Aires und großen Bergsteiger, in dessen Haus im Süden Chiles sie meh-
rere Jahre als Gast in Haus und Garten mitarbeitete und an dessen Expeditionen
sie in den Dreißiger Jahren als Zeichnerin, Fotografin und Berichterstatterin teil-
nahm. Später hat sie am Botanischen Institut Darwinion in San Isidro bei Buenos
Aires gearbeitet und heiratete George Atkinson, mit dem sie ein Anwesen in San
Martín de los Andes einrichtete. Dort hat sie nach Atkinsons Tod noch viele Jahre
einen herrlichen Blumengarten gepflegt.
Ilse von Rentzell. Von Macarena Mohamad übersetzte Texte aus dem Buch Im
argentinischen Chaco (1929): Es sind die Texte "Einleitung", "Im Monte", "Ran-
chobau", "Nächtliches Lager", "Das weisse Gold", "Von der Rentabilität des weis-
sen Goldes", "Geburt im Kamp", "Das krähende Huhn", "Chinas und chinitos",
"Über den Verkehr mit Indianern". Die beiden ersten Texte zeugen von ihrer
Passion für die Botanik, der dritte und vierte zeigen Eigenheiten des Lebens im
Chaco: Wohnweise und Klima. Es folgen zwei Artikel über die Probleme des
"weissen Goldes", des Baumwollanbaus. Drei weitere Texte erzählen über Erleb-
nisse mit den Eingeborenen (criollos), und der Letzte stellt dar, wie diese mit den
Ureinwohnern, den Indianern, umgehen. Die Autorin selbst muss allerdings
lächeln über die Gier ihrer indianischen Klienten nach Honig unmittelbar nach
dem Einkauf in dem Laden, den sie auf der estancia führt, wodurch ihr – wohl
gegen ihren Willen – die Szene zu einer Skizze der kulturellen Überlegenheit
umschlägt.

