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ZUSAMMENFASSUNGEN                     189



               torin mit Maria Bamberg, der Herausgeberin von Allá en la Patagonia (1995)
               und Ella und der Gringo mit den großen Füßen (1998). Beide Bücher sind
               Fassungen derselben Familienchronik, die zuerst ins Spanische übersetzt
               und später in der Originalsprache herauskamen. Die Chronik ist ein hybrider
               Text aus verschiedenen Erzählungen, geschrieben von der Herausgeberin
               selbst und ihren Eltern: Ella und Hermann Brunswig. Die Briefe Ella Bruns-
               wigs sind Grundlage und Mittelpunkt des Textes, der mit anderen Doku-
               menten bereichert die Geschichte dieser deutschen Familie in den Gebieten
               Neuquén und Río Negro von 1923 bis 1929 beschreibt. Die Einleitung ist
               von Jennifer Valko, die im August 2002 nach Berlin reiste und das Gespräch
               mit María Bamberg führte. Ihr Ziel war es, mehr über die Entstehung des
               Buches, die Einwanderungserfahrung einer deutschen Familie in Argenti-
               nien und ihre Anpassung an das Land zu erfahren aber auch über die Be-
               wahrung (oder den Verlust) ihrer deutschen Identität. Valko bearbeitete das
               Interview jetzt neu und fügte Fußnoten hinzu, um Einzelheiten zu verdeut-
               lichen. In dem Interview werden nicht nur die Anfänge der Familie Brunswig
               in Argentinien thematisiert, sondern auch die Erfahrungen von María Bam-
               berg als Schriftstellerin und ihre spätere Rückkehr nach Deutschland.
                  Karl Oenike. Die sieben im Druck erschienen Texte die bisher von Karl
               Oenike bekannt sind, einem Maler, Zeichner und Fotografen, der 1887 bis
               1891 als junger Mann den Norden Argentiniens und die angrenzenden
               Staaten bereist hat. Die Artikel sind auf deutsch zumeist in Unterhaltungs-
               zeitschriften über Weltreisen erschienen, wie Globus, Über Fels und Meer
               und anderen. Oenike hat in seinen Werken Landschaften, Szenen aus dem
               täglichen Leben und Ortschaften festgehalten, ihm gebührt ein Platz in der
               Gallerie der darstellenden Künstler die zu Ende des XIX Jahrhunderts die
               südamerikanische Lebenswelt dargestellt haben. Von seiner Hand gibt es
               Bilder und viele Zeichnungen und Fotos, aber seine Themen sind auch in Li-
               thografi en und Stichen als Illustration zu den Artikeln des Autors selbst oder
               anderer Autoren und in Postkarten verbreitet. Zweifellos verdient Oenike
               genauer untersucht zu werden.
                  Von den hier in spanischer Übersetzung publizierten Texte sind zwei
               seinen Aufenthalten in Paraguay, zwei der Fleisch verarbeitenden Industrie
               in der Provinz Entre Ríos, und die restlichen der argentinischen Landschaft
               und ihren Bewohnern und seine eigenen Werken aus Südamerika gewid-
               met, die er nach seiner Rückkehr nach Deutschland in Berlin ausstellte.
                  Die Übersetzungen begleitet eine kurze “Vita” des Malers, die dessen
               Urenkel Roberto Liebenthal verfasst hat. Es werden von Oenike mehrere
               Bilder eingestreut, um die Vielfalt der breitgestreuten Werke dieses bisher
               fast unbekannten Künstlers sinnfällig zu machen.
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