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134 COLABORADORES
Ana María de Mena, "Carlota Thumann":
Emigración voluntaria – aventurera – San Martín de los Andes – fotógrafa – inde-
pendencia femenina
Cecilia Gallero, "Rotraud Wieland":
Origen exótico – Segunda Guerra – migración voluntaria – colonia en Misiones
Resúmenes en alemán.
Deutsche Zusammenfassungen
Die älteste Geschichte in diesem Heft ist die autobiographische Lebensbeschrei-
bung von Alwina Kammerath, geb. Philippi (1841-1937), herausgegeben von
R. Rohland. Ihre Herkunft aus dem Bildungsbürgertum und die Zugehörigkeit zu
der liberal ausgerichteten Opposition waren entscheidend dafür, dass Alwine
Philippi das nach 1848 reaktionäre Deutschland verließ, um etwas Neues zu
suchen. Ende 1865 kam sie mit ihrem Ehemann Ludwig Kammerath nach Argen-
tinien. In Rosario ging es ihnen während des Paraguaykriegs als Buchhändler gut,
aber nach Kriegsende konnte Kammerath keine seiner Ausbildung entsprechende
Arbeit finden. Er starb in Ecuador, wohin ihn die Arbeitssuche verschlagen hatte.
Seiner Witwe gelang es, durch privaten Musikunterricht für den Lebensunterhalt
zu sorgen und ihren fünf Kindern eine gute Erziehung zu sichern. Es ist erstaun-
lich, wie natürlich sich diese Frau in einer Welt bewegte, die ihren Geschlechts-
genossinnen meist verschlossen blieb. Sie konnte ihre Kinder groß ziehen und
Häuser kaufen, immer eigenständig, allerdings stets von Freunden und ihren
solidarischen Kindern unterstützt. Die Einleitung und Anmerkungen dienen zur
näheren Erklärung der historischen und kulturellen Themen des Textes.
Silvia Glocer hat ihre Arbeit der Pianistin Sophie/Sofía Knoll (1908-1970) gewid-
met. Sie gehörte zu den vielen Musikern, die während der Turbulenzen des natio-
nalsozialistischen Regimes in Europa nach Argentinien ins Exil gegangen waren.
In Argentinien hatte sie nach ihrer Ankunft mit exilierten und argentinischen Musi-
kern enge berufliche Kontakte geknüpft. Sofía Knoll war eine höchst feinfühlige
Pianistin, sie spielte in Argentinien eine wichtige Rolle bei der Bekanntmachung
der Komponisten die zur Zweiten Wiener Schule und allgemein zur Avantgarde
gehören. Später hat sie den Weg in die Welt des argentinischen und südameri-
kanischen Tanzes gefunden. Während ihrer letzten Berufsjahre begleitete sie
Sänger und arbeitete als Korrepetitorin in der Welt der Oper. Im Anhang des
Artikels werden Sofía Knolls Briefe an Juan Carlos Paz erstmalig herausgegeben.
Arnold Spitta bereichert das vorliegende Heft durch seine Arbeit über die
bedeutende Figur der Elisabeth/Isabel Reinke (1877-1963). Sie war die Toch-
ter eines konservativen Universitätsprofessors, war in ihrer Jugend viel gereist
und hatte eine Ausbildung als Bibliothekarin. Ihre Tätigkeit als Übersetzerin wäh-
rend des Ersten Weltkriegs brachte Frau Reinke zum Pazifismus. Sie fand ihren

