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RESÚMENES EN ALEMÁN. DEUTSCHE ZUSAMMENFASSUNGEN 135
Weg zu der Fellowship of Reconciliation – Movimiento de Reconciliación, einer
Bewegung, an der sie den Rest ihres Lebens aktiv teilnahm. Frau Reinke war
Nichte des Unternehmers und Estanciabesitzers Rudolf/Rodolfo Funke († 1938),
der seit 1877 in Argentinien lebte. Funke lud sie und ihre Schwester Annemarie
nach Argentinien ein und vererbte ihnen ein bedeutendes Vermögen. Beide
Schwestern lebten ab 1926 in Argentinien und wohnten in der Nordzone von
Buenos Aires. Spitta zeigt, dass E. Reinke mit einigen der führenden Persönlich-
keiten der internationalen Gesellschaft der Fellowship of Reconciliation eng
befreundet war und diese und weitere Mitglieder mit ihrem Vermögen unter-
stützte. Sie hat auch an philantropischen Werken teilgenommen, die Minder-
heitsgruppen und Kinder unterstützten, und dem Dichter Paul Zech und anderen
Künstlern im Exil geholfen.
Regula Rohland stellt in einem kurzen Artikel die Lebensdaten von Herta
Landshoff, geb. Friedländer (1899-1956) zusammen. Der Name Landshoff ist
der ihres Ehemannes, der aus einer jüdischen Musiker- und Intellektuellenfamilie
stammte. Sie selbst hatte Literatur und Sprachen studiert. Sie ließ sich scheiden,
nachdem sie mit ihrem Mann einige Jahre in Buenos Aires gelebt hatte. Der Sohn
wurde ihr zugesprochen, und sie arbeitete in Deutschland als Lehrkraft an Schu-
len. Der Sohn wurde vor der Verfolgung durch die Nazis gerettet und mehrere
Jahre in England erzogen; er konnte erst nach Kriegsende wieder mit seiner
Mutter in Argentinien zusammenkommen. Herta Landshoff konnte Berlin noch
1941 verlassen; Gabriela Mistral hatte den argentinischen Konsul in Berlin um
Hilfe für sie gebeten. Sie flog nach Spanien und reiste von dort nach Südamerika.
In Buenos Aires arbeitete sie als Buchhändlerin und in der Privatbibliothek von
Alfredo Hirsch und später in der Sociedad Hebraica als Bibliothekarin und Über-
setzerin. Ihre Beziehungen zu den bekannten Dichtern G. Mistral y P. Zech haben
dazu beigetragen, dass ihre Geschichte rekonstruiert werden konnte.
Alfred Hübner widmet seine dramatisch erzählte Arbeit der Geschichte der
Österreicherin Emma Barta-Mikl (1908-1993). Sie war die Tochter einer ledigen
Mutter, wurde von einem Ehepaar adoptiert, das sie gar nicht verstand, heiratete
sehr jung und bekam einen Sohn. Als ihr Ehemann starb, hatte sie längst ihre
lebenserhaltende Leidenschaft für’s Lesen und die Bücher entdeckt, die ihr
Leben bestimmt hat. Sie heiratete zum zweiten Mal, diesmal einen Juden. Mit
ihm gingen sie und ihr kleiner Sohn ins Exil nach Argentinien. Vor der Auswan-
derung hatte sie einen Roman veröffentlicht. Der zweite Mann vertrug das Klima
in Buenos Aires nicht und zog nach Mendoza um, wo er 1948 starb. Sie hielt
sich und ihr Kind mit vielerlei Arbeitsverhältnissen über Wasser, zeitweise wurde
sie von Isabel Reinke unterstützt (s. zu dieser Mäzenin die Arbeit von Spitta). Sie
scharte junge Leute im Exil um sich, deren literarische Interessen sie teilte.
E. Barta arbeitete einige Jahre in der Buchhandlung Pigmalion, auf englische
Bücher spezialisiert. Aber Anfang der 60er Jahre zog sie um nach Peru. Dort
fand sie Arbeit in der Buchhandlung ABC und kehrte nach einigen Jahren erfolg-
reicher Arbeit nach Buenos Aires zurück, um hier zusammen mit ihrem Freund
Horst Stephan für ABC eine Filiale zu gründen. Sie ging 1975 in Rente und starb
nach mehreren Ortswechseln 1993 in Villa General Belgrano, Provinz Córdoba.

