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140           ZUSAMMENFASSUNGEN, SCHLÜSSELWÖRTER



           lischen Bevölkerung. 1954, nachdem das bis dahin vom argentinischen
           Staat verwaltete Misiones zur Provinz erklärt war, wurde Ruez zum “Bes-
           chützer der Indianer” ernannt, sein wertvollster Titel. In diesem Artikel wird
           zunächst die Suche und das Auffinden der Familienchronik derer von Ruez
           durch die Autorinnen dargestellt. Dann werden die Etappen seines Lebens
           in der Provinz Misiones anhand der Orte, in denen er wirkte, beschrieben.
           Ausgehend von der in deutscher Sprache geschriebenen  Familienchro-
           nik konnten wir den letzten Teil von Ruez‘ Werdegang kennenlernen und
           seine Aufzeichnungen mit ethnographischen Interviews und Bibliographie
           vergleichen und dadurch erweitern.
           Schlüsselwörter: Familienchronik - persönliche Geschichte - Kontakte zu
           Indianern - Publikationen
           Regula Rohland. “Materiales  autobiográficos  y  textos  de  Luis  Fernando
           Ruez”. Einleitung zum Texteil mit zwei Briefen von Ruez an die American
           Guild  for  German  Cultural  Freedom und Schilderung des transkribierten
           Manuskripts der Familienchronik.
           Schlüsselwörter: Geschichte Ruez’s - unzuverlässiger Autor - American
           Guild  for  German  Cultural  freedom  -  Beschreibung der  Familienchronik
           - Textauswahl

           Textteil
           In diesem Band finden sich fünf Texte von Ruez, von denen zwei einfach
           autobiographisch sind, nämlich die Briefe an die American Guild for Ger-
           man Cultural Freedom und ein Auszug aus der Familienchronik; ein dritter
           Text (“Aller Anfang ist schwer”) ist eine Erzählung mit autobiographischem
           Substrat, und zwei weitere sind kurze Essays zu Heilbädern in der Provinz
           La Pampa und zu Fragen der Hygiene in Misiones. Sie bilden eine kleine
           Auswahl aus ca. zwanzig Essays zu medizinischen und volkskundlichen
           Themen. Die Auswahl aus seinen Werken musste klein gehalten werden,
           die historischen und anthropologischen Arbeiten wurden ausgespart,
           teils, weil eine jüngere Arbeit zu seinen Schriften in und zu La Pampa
           vorliegt (Lazzari & Nigg 2020) und teils, weil eine längere Arbeit über seine
           Indianerkontakte in Misiones in Arbeit ist (Projekt Cebolla Badie & Galle-
           ro). Vier der Texte sind von Beatriz Romero, die Briefe an die American
           Guild von Regula Rohland übersetzt worden. Die Briefe an die American
           Guild sowohl als auch die Familienchronik scheinen eine vertrauenswürdi-
           ge Quelle zu sein, so weit sie die Fakten erzählen. Jedoch wurden wichtige
           Tatsachen aus dem Leben des Verfassers vor allem in den intermittenten
           Einträgen in die Chronik einfach übergangen. Die Erzählung “Aller Anfang
           ist schwer” bezieht sich auf die Jahre, die aus der Chronik ausgewählt
           wurden, um den Vergleich zu ermöglichen (dieses Heft enthält in der Ar-
           beit Hans Knolls einen solchen Vergleich).
           Schlüsselwörter: Übersetzung - Textauswahl - Autobiographie - Hygiene
           - Ethnologie
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