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Zusammenfassungen,

                                 Schlüsselwörter




               Axel Lazzari: “Luis Ruez: exilio político, sacrificio interrumpido” (Ludwig
               Ruez: Politisches Exil, unterbrochenes Opfer). In dem vorliegenden Artikel
               wird die Laufbahn des deutschen Arztes Ludwig Ruez beleuchtet, mit be-
               sonderem Augenmerk auf die Umstände seiner Emigration nach Argentinien
               und seiner Selbstdarstellung als “Patriot” und “politischer Flüchtling”. Im
               ersten Teil wird seine Teilnahme an den gewalttätigen Ereignissen rekons-
               truiert, die der Niederlage Deutschlands nach dem Ersten Weltkrieg folgten
               und die schließlich in Ruez’ Flucht nach Argentinien im Jahr 1921 gipfelten.
               Der Autor beschreibt des weiteren Ruez’ Weg durch die deutschen Kolonien
               im Chaco, La Pampa, Entre Ríos und Misiones und erläutert dessen Inte-
               resse, seine Subjektivität im Kontakt mit den Indianern und Criollos heraus-
               zuschälen. Aus seinen ethnographischen und historischen Aufzeichnungen,
               ebenso wie aus seinen Schilderungen der landestypischen Sitten und Ein-
               tragungen in der Familienchronik ergibt sich das Bild einer Biographie, die
               geprägt wurde einerseits von der Phantasie der europäischen Überlegen-
               heit über die Einheimischen und andererseits von der Schuld, den Dienst
               am Vaterland nicht bis zur letzten Konsequenz geleistet zu haben.
               Schlüsselwörter: Deutsche Emigration - Subjektivität- Ethnographie - Ko-
               lonialität der Macht - Zwischenkriegsjahre.

               Hans Knoll: “Entre lo real y la ficción: Luis Ruez en el Chaco” (Zwischen
               Fakten und Fiktion: Luis Ruez im Chaco). Im Mittelpunkt der Untersuchung
               steht der erste Lebensabschnitt von Luis Ruez in Argentinien, den er zwis-
               chen Ende 1921 und Anfang 1924 als Kolonist und praktizierender Arzt im
               Chaco verbracht hat. Über diese Erfahrungen äußerte sich Ruez sowohl in
               seiner Familienchronik wie auch in einem autobiographischen Aufsatz, den
               er mehr als 30 Jahre nach seinem Aufenthalt im Chaco verfasst hat. Diese
               beiden Zeugnisse konnten um eine Reihe von aufschlußreichen zeitgenös-
               sischen Artikeln, die von ihm selbst und von zwei Journalisten des Argen-
               tinischen Tageblatts stammen, ergänzt werden. Mit Hilfe textlinguistischer
               und narratologischer Kategorien, wie sie die historische und germanistische
               Forschung für das autobiographische Schreiben entwickelt hat und die in
               der Einleitung des Beitrags skizziert werden, lässt sich das Material kritisch
               aufarbeiten.
               Schlüsselwörter: Anfangsjahre im Chaco -  Familienchronik  - Erzählung
               - Narratologie

               Cecilia Gallero und Marilyn Cebolla Badie. “Luis Fernando Ruez, el mé-
               dico de indios en Misiones (1931-1967)” (Ludwig Ferdinand Ruez, Der In-
               dianerarzt in Misiones [1931-1967]). Luis Fernando Ruez war in Misiones,
               wo er ab 1931 lebte, als “Arzt der Indianer” bekannt. Er hatte in diesen
               Jahren einen ungewöhnlichen Kontakt mit den Indianern und der kreo-
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